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Top Arbeitgeber - SIGMA Inklusionsbetrieb mit vielen Stärken

Top Arbeitgeber - SIGMA Inklusionsbetrieb mit vielen Stärken

Aktueller Bericht erschienen in der Sonderbeilage TOP-Arbeitgeber vom Straubinger Tagblatt im Juni 2021 (Text und Bild veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion).

SIGMA und inJOB stellen Weichen

SIGMA und inJOB stellen Weichen

Im Oktober 2019 hat SIGMA in Kooperation mit dem Fachdienst inJOB der KJF Werkstätten gGmbH eine Arbeitsgruppe aufgebaut, in der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt sind, die zuvor von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen waren. In einem ca. 100 qm großen Arbeitsraum hat die Arbeitsgruppe mit 9 Mitgliedern und zwei Praktikantinnen beste Rahmenbedingungen für vielfältige Arbeiten. Aktuell blitzen zufriedene Augen über OPMasken hervor. Die Arbeit läuft weiter und macht Freude, auch wenn wegen der Hygiene- und Schutzmaßnahmen manches anders läuft als gewohnt. Tina Heß ist Kopf und Herz der Arbeitsgruppe. Sie akquiriert Arbeitsaufträge, schaut, wer was am besten kann, koordiniert die Arbeit und hilft, wo sie gebraucht wird. Für ihre Leute klärt sie auch schon mal die eine oder andere private Frage mit Behörden.

Sebastian S.* etwa 60 Jahre alt, hat seit einem Autounfall vor 40 Jahren beruflich nie wieder richtig Fuß fassen können. Wie viele Maßnahmen, Kurse und Ein-Euro-Jobs er hinter sich hat, lässt sich gar nicht aufzählen. Jetzt arbeitet er 20 Stunden in der Woche bei SIGMA und erhöht bald auf 30 Stunden. Endlich lebt er unabhängig vom Jobcenter. Sein Leben finanziert er wieder selbst. Die entscheidende Weichenstellung dafür leisteten SIGMA und der Fachdienst inJOB der Straubinger Werkstätten St. Josef. Sebastian S. und auch seine Kollegin Maria D.* hatten Glück. Katrin Nebl vom Jobcenter Straubing-Bogen hat sie vermittelt und coached sie auch im Job. Über das Teilhabechancengesetz erhalten Menschen, die seit vielen Jahren arbeitslos sind, seit 2019 eine Chance, wieder ins Berufsleben einzusteigen. Arbeitgeber jeder Branche erhalten im Gegenzug Lohnkostenzuschüsse.

Und wie sieht die Arbeit von Sebastian S. aus?
Sebastian S.: „Ich verpacke Teile von Autos und Motorrädern wie Seitenspiegel oder Kupplungszüge. Die Teile kommen in großen Verpackungen mit zum Beispiel 200 Stück. Ich wickle die Teile dann einzeln in Schaumstoff, dann packe ich das in eine Tüte, die Tüte in eine Schachtel, Etikett drauf und dann die Schachtel in eine Gitterbox. Die Gitterbox wird ins Lager gefahren und am nächsten Tag vom Lkw geholt.“

Was unterscheidet SIGMA von einem anderen Arbeitgeber?
Sebastian S.: „Ich hab‘ ja insgesamt nur 6 Jahre gearbeitet und hab‘ hunderte von Bewerbungen geschrieben, … irgendwann nicht einmal mehr eine Absage bekommen. Die Kollegen hier sind nett und Frau Heß nimmt sich Zeit zum Erklären und hilft uns, wenn´s nötig ist. Wir sind ein eingespieltes Team.“

Fünf waren von Anfang an dabei. Eine von den Neuen ist Maria D.* Sie hat eine Ausbildung als Modenäherin. Zwei Jahre hat sie in dem Beruf gearbeitet. Dann kamen Arbeitslosigkeit, Familienpause, geringfügige Beschäftigungen. So ist und bleibt man mehr oder weniger arm. In der Rente wartet die Grundsicherung. Aber seit 1. Februar arbeitet die Kollegin sozialversicherungspflichtig in Teilzeit und wird von der Empfängerin zur Einzahlerin.

War der Sprung in die neue Arbeit schwierig?
Maria D.: „Corona macht es gerade schwierig, weil die Schule geschlossen ist und der Hort eher zumacht. Ich bin alleinerziehend und wir sprechen die Arbeitszeit so ab, dass es funktioniert. Schwierig war´s nicht und jetzt ist es wegen Corona gut, wenn man nicht den ganzen Tag zu Hause sitzt und grübelt.“

Wie sieht Bettina Nebl vom Jobcenter Straubing-Bogen die Zusammenarbeit mit SIGMA?
Bettina Nebl: „Unsere Zusammenarbeit ist sehr kooperativ, erfolgreich und vor allem unkompliziert. Die örtliche Nähe spielt dabei eine wichtige Rolle. Man kann je nach Bedarf mal schnell zu Fuß in den Betrieb gehen und Anliegen persönlich besprechen. Bei Betriebsbesuchen habe ich mir vorab ein Bild von den einzelnen Abteilungen und den jeweiligen Berufsfeldern gemacht, die jeweiligen Anforderungen des Arbeitsplatzes kennengelernt und so entsprechende Arbeitnehmer gesucht. Seit 2019 haben wir bis dato 11 Personen bei der SIGMA integriert, wobei bisher lediglich zwei Beschäftigungsabbrüche zu verzeichnen waren. Alle anderen sind dort weiterhin beschäftigt. Zum jetzigen Zeitpunkt befinden sich drei Personen in einer betrieblichen Erprobung mit Option auf Übernahme in eine geförderte Beschäftigung.“

Welche Erfahrungen haben die Beteiligten gemacht?
Bettina Nebl: „Als berufsbegleitender Coach des Jobcenters Straubing unterstütze ich die über das THCG (Teilhabechancengesetz)-Beschäftigten bei allen beruflichen und privaten Fragen und erarbeitete gemeinsam mit ihnen eine langfristige Berufsperspektive. Vor allem zu Beginn jeder Beschäftigung ist es den Arbeitnehmern wichtig, einen festen  Ansprechpartner von Seiten des Jobcenters zu haben, da damit viele Änderungen für sie verbunden sind. Es braucht eben etwas Zeit, um sich an den neuen Arbeitsalltag nach Jahren der Arbeitslosigkeit zu gewöhnen. Statt sich morgens nochmal umzudrehen, starten sie nun täglich ihren Arbeitsweg zur SIGMA und haben das Gefühl, wieder dazuzugehören. Das benötigt Zeit und auch die Geduld des Arbeitgebers, sich auf die neuen Beschäftigten einzulassen. Das Coaching ist dabei ein wesentlicher Erfolgsfaktor für die Beschäftigten. Jeder soll die Chance erhalten, einer Arbeit nachzugehen, für sich selbst sorgen zu können und wieder am sozialen Leben teilzuhaben.

SIGMA ist ein Paradebeispiel dafür, dass es gelingen kann, durch eine enge und vertrauensvolle Unterstützung und Begleitung Menschen aus einem verfestigten Langzeitleistungsbezug heraus eine dauerhafte Integrationsperspektive zu eröffnen. Vor  allem die regelmäßigen Gespräche mit den Arbeitnehmern und dem Arbeitgeber über die bisherige Entwicklung jedes Einzelnen sind sehr wichtig. Das Feedback der Mitarbeiter war bisher immer positiv.“

Das Fazit der Erfahrungen von SIGMA und dem Fachdienst inJOB: Die Kunst ist es, einen Rahmen zu schaffen, den der einzelne Mensch ausfüllen kann. Hierbei ist es wichtig, die Bedürfnisse des einzelnen Menschen im Blick zu haben, den Arbeitseinsatz soweit wie möglich an der Eignung und Neigung des Mitarbeiters zu orientieren, bestehende Defizite in den Arbeitskompetenzen durch gezielte Maßnahmen zu fördern und bei Bedarf auch sozialpädagogische Beratung anzubieten.

Text: Heidi Unger
Bild: Fabian Lieb

Das Interview erschien gekürzt im Straubinger Tagblatt in der Beilage „Besser in Straubing“

Fahrzeugsegnung in der SIGMA

Fahrzeugsegnung in der SIGMA

Sigma gehört zu den führenden Inklusionsfirmen der Gäubodenstadt. Das Unternehmen beschäftigt und befördert schwerbehinderte Menschen mit einem wichtigen Ziel: Integration in die Arbeitswelt. Damit es ein Stück besser gelingt, wurde der Fuhrpark erweitert. Zwei Firmenautos, ein Kleintransporter und ein Traktor sind nun Bestandteil der Flotte und sollen Mitarbeiter bei ihren Arbeiten unterstützen.

Lesen Sie hier mehr: Artikel im Straubinger Tagblatt vom 7. Mai 2018. Text und Bild veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

Zertifikat für die AZAV-Trägerzulassung

Die SIGMA ist am Standort Straubing als Alternativer Anbieter gemäß § 60 BTHG für den Bereich Eingangsverfahren und Berufsbildungsbereich zertifiziert. Ab 1. Januar 2018 können diese Leistungen angeboten werden.

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10-jähriges Jubiläum

Verlässlicher Partner für berufliche Inklusion

Erfolgreich gewachsen in den letzten 10 Jahren – das ist er ohne Zweifel, der Inklusionsbetrieb SIGMA an mittlerweile vier Standorten in Straubing, Eggenfelden, Mitterteich und Mitterfels mit insgesamt 96 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Hans Horn, Geschäftsführer der KJF Werkstätten, und SIGMA- Geschäftsführerin Evi Feldmeier, ihr Team und die Beschäftigten feierten mit ausgiebig mit Freunden und Netzwerkpartnern in der Joseph-von Fraunhofer-Halle in Straubing. Ein schönes Fest mit rd. 120 Gästen: herzlich, fröhlich und geprägt vom Dank an alle diejenigen, die mitgeholfen haben, dass sich die SIGMA so gut entwickelt hat.

Lesen Sie hier zwei Artikel (Artikel 1 und Artikel 2) aus dem Straubinger Tagblatt zum Ereignis.
Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung der Redaktion.

 

 

Bild v.li.: SIGMA-Geschäftsführerin Evi Feldmeier, KJF-Direktor Michael Eibl, Teamleiter Agentur für Arbeit Stefan Brandl, SIGMA-Mitarbeiterin Daniela Brem, Dr. Thomas Keyßner, Leiter Integrationsamt ZBFS, stellvertr. Landrat Franz-Xaver Eckl, Bezirksrat Markus Scheuermann, Dekan Johannes Plank, Geschäftsführer der KJF Werkstätten Hans Horn.
In der Joseph-von-Fraunhofer-Halle kamen rd. 120 Gäste zusammen und feierten das 10-jährige Jubiläum mit.
KJF-Direktor Michael Eibl moderiert eine Gesprächsrunde mit v.li.: SIGMA-Mitarbeiterin Daniela Brem, KJF-Direktor Michael Eibl, Stefan Brandl von der Agentur für Arbeit, Dr. Thomas Keyßner, Leiter Integrationsamt ZBFS, stellvertr. Landrat Franz-Xaver Eckl, Bezirksrat Markus Scheuermann.
Mitarbeiterehrung mit v.li. Geschäftsführer der KJF Werkstätten Hans Horn, Josef Schröttinger (in Rente verabschiedet), Angela Baum, Ludwig Schuhbauer, SIGMA-Geschäftsführerin Evi Feldmeier, Lydia Buchschmid